Weben

Geschichte:

Brettchenweben ist eine der ältersten Handarbeiten!

Zur Geschichte ist zu sagen, dass es zu wenige Textilfunde gibt um die genaue Zeit zu nennen wann diese Handarbeit gearbeitet wurde!

Es wurde allerdings ein Brettchen aus Elfenbein aus dem 3 Jahrtausend v.Ch. in Susa entdeckt!

Aus der Hallstatt und  La Tene Zeit wurden einige Fragmente von brettchengewebten Borten gefunden, im Grab des Keltenfürsten von Hochdorf (etwa 520 v.Ch) fand man sie in zahlreicher Menge.

Der mit brettchengewebter Borte umfasste Mantel von Thorsberg (3jhd.n.Ch.) ist wohl eines der bekanntesten Beispiele in der Brettchenweberei!

Von den Römern, Wikingern, Hochmittelalter bis in das Spätmittelalter zieht sich die Brettchenweberei, bis sie durch andere Webtechniken verdrängt wurde!

In Russland und Island starb diese Handarbeit nicht aus, allerding in Mitteleuropa bis 1901  das Buch „Über Brettchenweberei“ von Margarethe Lehmann-Filhles erschien und so die Brettchenweberei wieder neu entdeckt wurde und weiter immer mehr verbreitet wird.

Die Technik:

Beim Brettchenweben arbeitet man mit verschieden vielen „Brettchen“!

Diese Brettchen haben eine verschiedene Anzahl von  Löcher in denen man die Arbeitsfäden zieht.

Durch einen  „S oder Z – Einzug“ und der Farbe der Arbeitsfäden, entsteht durch  ein immer wiederholen einer viertel Drehung der Brettchen und danach das Einlegen des Schussfadens ein Muster.

Brettchenweben:

Wenn man mit dem Brettchenweben beginnt legt man sich in der Regel einen Bandwebstuhl zu!

Es funktioniert aber auch ohne Webstuhl, in dem man sich ein Endstück der aufgezogenen Fäden auf einem Gürtel auf dem Bauch bindet und das andere Ende irgendwo sicher befestigt! Das ist eine, für Anfänger, etwas schwierigere Art der Befestigung, da man auf die Spannung der Fäden achten muss um eine schöne und gleichmäßige Borte zu erhalten!

Wenn man mit dem Webstuhl arbeitet, werden die Fäden laut Anleitung in S oder Z Schärung aufgespannt.

Danach beginnt das Anweben und der Ablauf des Webens.

Ist die Borte fertig, so wird sie abgeschnitten und die Enden entweder offen gelassen oder man macht einen Zopf mit der Restwolle.

 

Die Brettchen kann man entweder selber machen, zB. mit Spielkarten oder man kann sie käuflich erwerben!

Es gibt Brettchen aus Karton, Holz, Horn, Knochen, Messing und bestimmt noch viele andere Materialien.

 

Brettchenwebanfänger beginnen immer mit dem „einfachen Einzug“ oder anders genannt, „Einzugsmuster“!

Diese Technik ist einfach, da man alle Brettchen im „Raport“ 4x eine viertel Drehung nach vorne und jeweils 4x eine viertel Drehung nach hinten wiederholt.

Nach jeder viertel Drehung wird der Schussfaden in das „offene Fach“ gelegt.

Es gibt verschiedene Techniken beim Brettchenweben:

*Einzugsmuster:

Hier werden die Brettchen jeweils 4x nach vorne und 4x nach hinten gedreht.

*komplizierter Einzug:

Man arbeitet hier mit 2 Päckchen!

Ein Päckchen wird 4x nach vorne und 4x nach hinten gedreht und das 2 Päckchen immer nur nach vorne!

*Doubleface:

Wird auch das „doppelseitige Weben“ genannt, weil auf der Vorder und auf der Rückseite ein Muster entsteht!

Hier werden die Fäden nach einer bestimmten Reihenfolge aufgezogen und nach einem vorgegebenen Musterbrief gearbeitet.

*Sulawesi

Ähnelt der Doubleface-Technik sehr, ist allerdings etwas farbenprächtiger.

*Köper

Eine etwas schwierige Technik die viel Konzentration und Erfahrung mit anderen Webtechniken erfordert!

*Boschiertechnik

Bei dieser Technik werden alle Fäden mit der gleichen Farbe aufgezogen, erst der Schussfaden gibt uns das eigentliche Muster!

*Flottiertechnik

Auch wie beim Köper braucht man beim Flottieren viel Erfahrung! Mit dieser Technik lassen sich schöne 3-färbige und 4-färbige Borten erstellen.

*2-Loch-Technik

Ist mit Abstand eine Technik für ruhige Menschen J

Da wir hier nicht wie gewohnt alle 4 Löcher bei den Brettchen mit Fäden aufziehen, tun wir das bei dieser Technik nur 2 Löcher!

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